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GuideOS – Kernel-Manager
Der GuideOS – Kernel-Manager ist eine grafische Anwendung zum Installieren, Verwalten und Entfernen von Spezial-Kerneln. Er unterstützt Debian-, Ubuntu- und weitere kompatible Systeme und ermöglicht die Kernel-Verwaltung ohne manuelle Paketbefehle im Terminal.
Übersicht
Der Kernel-Manager bietet eine einsteigerfreundliche Oberfläche für die Installation von Backport-, HWE- und Liquorix-Kerneln. Zusätzlich analysiert das Programm vorhandene Kernel-Pakete und hilft bei deren sicherer Bereinigung.
Technische Grundlage
Der GuideOS – Kernel-Manager wurde mit Python, GTK4 und Libadwaita entwickelt. Die Anwendung bietet dadurch eine moderne grafische Oberfläche und integriert sich optisch in aktuelle Linux-Desktop-Umgebungen.
Für die normale Nutzung sind keine Programmierkenntnisse, keine Root-Shell und keine manuell eingegebenen Terminal-Befehle erforderlich. Systemänderungen werden über einen grafischen Passwortdialog bestätigt.
Hauptfunktionen
- Installation offizieller Backport-Kernel unter Debian
- Installation und Entfernung des Liquorix-Kernels
- Automatische Erkennung von Distribution, Codename und Version
- Analyse installierter Backport- und Liquorix-Kernel
- Erkennung von nicht mehr benötigten Kernel-Paketen
- Erkennung von Paket-Resten mit dem Status ``rc``
- Schutz des neuesten Standard-Kernels vor versehentlicher Entfernung
- Einmalige Passwortabfrage für administrative Änderungen
Unterstützte Systeme
| System | Unterstützung | Besonderheiten |
|---|---|---|
| GuideOS 1.x | Ja | Backports und Liquorix |
| Debian 10 bis 13 | Ja | Backports und Liquorix |
| Ubuntu 20.04 bis 26.04 | Ja | HWE-Kernel und Liquorix |
| Linux Mint, Pop!_OS, Zorin | Ja | Erkennung über ``ID_LIKE`` |
Programm starten
Der Kernel-Manager kann über das Anwendungsmenü gestartet werden.
Falls ein manueller Start notwendig ist, kann das Programm mit folgendem Befehl ausgeführt werden:
python3 kernel-manager.py
Das Programm erinnert beim Starten an ein Backup und man kann direkt Timeshift bzw. unter GuideOS den GuideOS Snapshot Manager starten. Wenn keines der Programme installiert ist, wird einem direkt die Installation von Timeshift angeboten.
Kernel installieren
Debian: Backport-Kernel
Auf Debian-Systemen kann der Kernel-Manager offizielle Kernel aus den Debian-Backports installieren. Diese eignen sich besonders, wenn neuere Hardware besser unterstützt werden soll, als es mit dem Standard-Kernel der Distribution möglich ist.
Dabei werden die folgenden Metapakete installiert:
linux-image-amd64 linux-headers-amd64
Backport-Versionen erkennt das Programm an der Paketkennzeichnung ``~bpo``.
Liquorix-Kernel
Der Liquorix-Kernel ist eine alternative Kernel-Variante für Debian und Ubuntu. Er richtet sich insbesondere an Desktop-, Multimedia- und Gaming-Systeme.
Mögliche Schwerpunkte sind:
- Optimierte Reaktionszeit des Systems
- Angepasste Scheduler wie BFS oder EEVDF
- Optimierte I/O-Performance
- Einsatz auf Debian- und Ubuntu-Systemen
Passwortabfrage
Für das Installieren oder Entfernen von Kerneln benötigt der Kernel-Manager administrative Berechtigungen. Das Passwort wird einmalig über einen grafischen GTK4-Dialog abgefragt.
- Das Passwort verbleibt nur während der Programmlaufzeit im Arbeitsspeicher.
- Die Berechtigung wird über ``sudo -S -v`` zwischengespeichert.
- Weitere notwendige Befehle benötigen keine erneute Passworteingabe.
- Beim Beenden des Programms wird das Passwort verworfen.
Dadurch ist keine Root-Shell, keine Terminal-Eingabe und keine wiederholte Polkit-Abfrage erforderlich.
Systemerkennung
Der Kernel-Manager erkennt die verwendete Distribution automatisch. Dazu wertet das Programm unter anderem folgende Informationen aus:
- ``/etc/os-release``
- ``lsb_release -a``
- Zusätzliche Fallbacks für Distributions-ID, Codename und Versionsnummer
So kann das Programm abhängig vom System die passenden Kernel-Optionen anbieten.
Kernel-Bereinigung
Der Kernel-Manager prüft installierte Kernel-Pakete und zeigt mögliche Bereinigungskandidaten an.
| Kategorie | Bedeutung |
|---|---|
| Autoremove-Kandidaten | nicht mehr benötigte Kernel-Pakete |
| RC-Reste | entfernte Pakete mit verbliebenen Konfigurationsdateien |
| Geschützter Standard-Kernel | der neueste Standard-Kernel wird nicht entfernt |
Vor dem Entfernen eines Kernels sollte immer sichergestellt werden, dass mindestens ein funktionierender Kernel auf dem System vorhanden ist. Nach einer Kernel-Installation oder -Entfernung ist in der Regel ein Neustart erforderlich.
Wichtige Hinweise
- Der neueste Standard-Kernel ist vor der Entfernung geschützt.
- Kernel-Header sind unter anderem für DKMS-Module erforderlich, beispielsweise bei proprietären NVIDIA-Treibern.
- Ein neu installierter Kernel wird erst nach einem Neustart verwendet.
- Der Kernel-Manager ist für unterstützte Debian- und Ubuntu-basierte Systeme vorgesehen.
Lizenz
| Version | 1.3 |
|---|---|
| Entwickler | evilware666 & Helga |
| Lizenz | MIT |
Der GuideOS – Kernel-Manager steht unter der MIT-Lizenz. Das Programm darf verändert, weitergegeben und verbessert werden.
